Immobilienverkauf 2017 in Berlin – so lukrativ wie noch nie

Andreas Kunze Geschäftsführung Anlageimmobilien

 

Andreas Kunze, Geschäftsführer für Anlageimmobilien bei der Allgemeinen Grund & Boden Fundus Investment GmbH erklärt in diesem Interview, weshalb der Immobilienverkauf in Berlin gerade im Jahr 2017 für Eigentümer besonders lukrativ ist. Der Immobilien-Experte beleuchtet dabei wirtschaftliche, politische und stadtentwicklungsbedingte Faktoren. 

 

Redaktion: Herr Kunze, wie würden Sie die aktuelle Situation des Berliner Immobilienmarktes bewerten?

Andreas Kunze: Sowohl  für Investoren als auch für  Eigennutzer wird die Immobiliensuche 2017 noch anspruchsvoller. Unterschiedliche Stimmungslagen, je nach Segment, prägen die Marktsituation. Eingetrübt hat sich die Stimmung bei Unternehmen, die im Bereich der Handelsimmobilien aktiv sind. Die Anzahl der Transaktionen wird weiter sinken. Infolge der Preissteigerungen gilt das nicht im gleichen Maße für das Transaktionsvolumen und je nach Segment erwarten wir unterschiedliche Entwicklungen.

Das Transaktionsvolumen im Bereich von Wohn- und Büroimmobilien wird in Folge des fehlenden Angebotes sinken. Investoren weichen auf attraktive “Alternative-Assets“, wie Studentenwohnheime oder Pflegeheime aus, hier rechnen wir mit steigenden Transaktionsvolumen.

Redaktion: Für welche Segmente sieht  die Prognose besser aus?

Hinsichtlich der Betrachtung von Grundstücken gehen wir infolge einer sehr hoher Nachfrage und limitierter Grundstücksanzahl weiterhin von deutlich steigenden Grundstückskaufpreisen aus.

Guter Dinge sind die Unternehmen, die im Wohnungssegment unterwegs sind. Es lässt sich jetzt schon voraussagen, dass es 2017 weiterhin von der Beliebtheit der Stadt profitieren wird.

 

In New York, London und Tokio sind die Preise immer noch höher als in Berlin.

Redaktion: Wie lässt sich das erklären? Es werden ja inzwischen Rekordpreise für Immobilien in Berlin gezahlt.

Andreas Kunze: In New York, London und Tokio sind die Preise weiterhin höher als in Berlin. Allerdings holt Berlin kräftig auf und ist bereits mit München der teuerste Investment-Standort Deutschlands. Hierfür gibt es zahlreiche Gründe. Die Immobilienpreise in Berlin waren noch vor zehn Jahren extrem niedrig - Berlin hatte und hat immer noch Preissteigerungspotential. Zudem hält eine weiterhin starke  Nachfrage die Preise hoch. Allein im vergangenen Jahr ist Berlin durch 135.000 Zuzügler gewachsen. Auch der Zinsmarkt wird weiterhin bis 2018 relativ stabil bleiben.

 

Die politische Lage ist aktuell noch günstig für den Immobilienmarkt.

Redaktion: In wie weit wird sich die politische Situation auf den Immobilienmarkt auswirken?

Andreas Kunze: Die politische Lage ist  noch günstig für den deutschen Immobilienmarkt. Man kann davon ausgehen, dass die Nachfrage nach Immobilien als stabile Investition auf hohem Niveau bleiben wird. Auf den Aktienmärkten rechnet man eher mit Schwankungen. Auch der Brexit könnte dazu führen, dass in London ansässige Unternehmen Berlin als Standort entdecken werden. Allerdings sind weitere politische Faktoren zu beobachten, die die Erwartung der Branche für den Immobilienmarkt beeinflussen können, so u.a. wichtige Wahlen in europäischen Ländern und die US- Zins-Politik.

 

Berlin reagiert auf die hohe Nachfrage.

Redaktion: Welche Auswirkungen hat denn diese massive Nachfrage auf den Berliner Wohnungsmarkt?

Andreas Kunze: Die Auswirkungen sind vielfältig. Das urbane Wohnen, zum Beispiel, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Dies führt in einkommensschwachen Vierteln zunehmend zur Gentrifizierung. Das treibt die Immobilienpreise an solchen Standorten nach oben, wodurch immer mehr Langzeitbewohner aus ihren Bezirken verdrängt werden. In Berlin kann man dies schon seit Jahren beobachten. Des Weiteren überlegen sich Berliner inzwischen, ob sie eher kaufen statt mieten, da die Nachfrage auch die Mietpreise in die Höhe getrieben hat.

Und auch aus stadtentwicklungspolitischer Sicht reagiert Berlin auf die hohe Nachfrage und weist Neubaupotentiale aus. In Berlin bestehen nach dem Wegfall der Mauer weiterhin viele Entwicklungspotentiale bzw. Verdichtungsmöglichkeiten, auch in zentralen Bezirken. Lückenbebauungen lassen sich relativ unproblematisch umsetzen. Allerdings ist die Umsetzung größerer Projektentwicklungen, z.B. in Berlin auf dem Tempelhofer Feld, durch Nachbarschaftseinsprüche und Bürgerbewegungen schwieriger.

 

Die Wertsteigerungen der Berliner Immobilien haben bald einen Höchststand erreicht.

Redaktion: Das wird doch kurzerhand zu einer Sättigung der Nachfrage führen?

Andreas Kunze: Eine Sättigung ist noch nicht in Sicht, aber ein Wendepunkt schon. Die Preissteigerungen der letzten Jahre waren in Berlin enorm. Ein derartiges Wachstum könnte theoretisch weitergeführt werden,  jedoch werden nicht alle bereit oder in der Lage sein so schnell mit einem solchen Preisanstieg mithalten zu können. Die Wertsteigerungen der Berliner Immobilien werden sich verlangsamen. Von der Gunst der Stunde können Immobilienbesitzer profitieren, indem sie jetzt verkaufen. Gerade die Eigentümer, die ihre Immobilie vor 2007 erworben haben, müssen keine Steuern auf Veräußerungsgewinne bezahlen.

Redaktion: Wer kauft im Moment Immobilien in Berlin?

Andreas Kunze: Das sind vor allem Family-Offices, Bestandshalter jeglicher Art, opportunistische Käufer auf der Suche nach Revitalisierungspotential, Aufteiler und selbstverständlich auch ausländische Anleger, beispielsweise aus Israel, Italien und Nord-Europa.

 

Redaktion: Was können Sie Eigentümern abschließend empfehlen?

Andreas Kunze: Verkäufer sollten die hohe Nachfrage nach Immobilien nutzen, um hohe Verkaufspreise für ihre Immobilien zu erzielen. Hierbei ist jedoch mit Augenmaß vorzugehen, denn die Käufer (Eigennutzer), sowie die Investoren sind nicht mehr bereit bei allen Preisvorstellungen der Verkäufer mitzugehen. Eigennutzer kaufen jedoch emotionaler als Investoren und sind deshalb eher bereit die aktuell höheren Preise zu bezahlen. Investoren kalkulieren hier je nach Investitionsstrategie deutlich rationaler.

Die Wertsteigerungen der Berliner  Immobilien  erfahren gerade einen Höchststand, auch die politischen  Entwicklungen sehen derzeit noch günstig aus, wer also sein Eigentum veräußern möchte, dürfte gerade in diesem Jahr finanziell davon profitieren. 

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